Networking – eine Idee, viele Facetten
Was meine Arbeit bei McKinsey in besonderer Weise prägt? Ich denke, es ist der gegenseitige Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, und das weltweit. Durch die Teamarbeit auf den Beratungsprojekten knüpft man intern sehr enge Kontakte. Und auch sonst gibt es viele weitere Möglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen, etwa bei Trainings oder internen Konferenzen. Wer sich innerhalb von McKinsey gut vernetzt, gibt sein Wissen weiter und bekommt kompetente Antworten, egal wie ausgefallen eine Frage ist.
Linda Dauriz
Associate PrincipalWirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie
Besonders profitiert habe ich von meinem persönlichen Netzwerk, als ich mit dem so genannten Global Rotation Program von McKinsey in unserem New Jersey Office war und in New York gewohnt habe. Das war im September 2008, genau zu Beginn der Wirtschaftskrise. Eine recht turbulente Zeit also, was mir die Orientierung nicht gerade erleichterte. Ich rief eine McKinsey-Partnerin an, die ich bei einem früheren Praktikum kennen gelernt hatte und von der ich wusste, dass sie mittlerweile zum Büro in Chicago gehörte. Sie betreute gerade eine Studie in Kanada und holte mich spontan für fünf Monate in ihr Team. Das half mir sehr, auf dem neuen Kontinent Fuß zu fassen und mich nach und nach auf die Gegebenheiten einzustellen - neue Arbeitssprache, neue Klienten und im Lauf der Zeit auch eine neue Rolle, denn ich wurde zur Junior-Projektmanagerin ernannt. Mit der Zeit habe ich mich immer besser eingelebt; auch im Rückblick empfinde ich dieses Jahr in den USA als faszinierend und lehrreich. Wenn es mich jetzt einmal wieder nach New York verschlägt, bekomme ich regelrecht Heimatgefühle.
Networking spielt auch eine bedeutende Rolle in einem ganz anderen Bereich, in dem ich mich sehr engagiere: Mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa, die wie ich hauptsächlich Bekleidungsunternehmen beraten, baue ich den Bereich Apparel, Fashion & Luxury bei McKinsey weiter aus. Unser Ziel ist es, Beraterinnen und Berater mit entsprechender Spezialisierung noch stärker zu vernetzen, für Diskussionen mit Klienten unsere jeweils am besten geeigneten Experten auszuwählen, aber auch unsere Kompetenz nach außen zu tragen, etwa durch Vorträge auf Fachkonferenzen. Wir haben viel Gestaltungsfreiraum, was ich sehr anspornend und spannend finde - oft fühle ich mich als "Unternehmerin im Unternehmen".
Schließlich engagiere ich mich intensiv im Recruiting, bei dem der Netzwerkgedanke ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Ich finde es einfach klasse, bei Veranstaltungen Menschen kennen zu lernen, die sich für McKinsey interessieren, während ihres Studiums den Kontakt zu ihnen zu halten, sie vielleicht als Praktikant in meinem Team zu haben und auf die Bewerbungsgespräche bei uns vorzubereiten. Ich freue mich jedes Mal sehr, wenn einer von „meinen“ Mentees eingestellt wird und stehe ihm dann mit Tipps während der ersten Beratungsprojekte zur Seite. Weil ich diesen „Nebenjob“ als unglaublich bereichernd empfinde, beteilige ich mich an Events und Auswahlgesprächen für deutsche Studierende an amerikanischen Business Schools, führe jeden Monat Interviews mit Bewerbern im Münchener Büro und bin mitverantwortlich für die Gewinnung und Auswahl der Praktikanten im German Office. Netzwerke können eben nie groß genug sein.