Neugier als Triebfeder
Die Frage kommt immer wieder: "Was macht ein Politikwissenschaftler wie du bei McKinsey?" An das Staunen meiner Gegenüber habe ich mich längst gewöhnt. Meine Antwort kommt denn auch prompt, und wenn man so will, in zwei Teilen. Zunächst: Ich arbeite bei McKinsey als Researcher, d.h., ich recherchiere, sammle und analysiere alle möglichen Arten von allgemeinen und speziellen Informationen, Daten und Fakten, vor allem im Bereich des Öffentlichen und des Dritten Sektors. Diese Erklärung vereinfacht etwas, denn als General Researcher ist mein Tätigkeitsfeld wesentlich umfang- und abwechslungsreicher. Das ist der erste Teil meiner Antwort: Der zweite: Als studierter Politikwissenschaftler bin ich ein gutes Beispiel dafür, wie in unserer Research-Abteilung neugierige Akademiker unterschiedlichster Disziplinen gefördert und ihnen je nach ihren individuellen Stärken interessante Entwicklungsperspektiven geboten werden.
Robert Stemmler
Knowledge SpecialistPolitikwissenschaft am Institut d'Etudes Politiques und der Freien Universität Berlin
Nachdem ich Politikwissenschaften an der FU Berlin und internationale Wirtschaftspolitik am Sciences Po Paris mit Diplom abgeschlossen hatte, wollte ich etwas machen, wo sich wirtschaftliche und politische Fragen kreuzen. Meine Praktika hatte ich fast ausschließlich in öffentlichen Institutionen absolviert, in Betriebswirtschaft hatte ich nur Grundkenntnisse. Trotzdem bewarb ich mich bei McKinseys Research & Information-Abteilung. Entscheidend für diese Wahl waren die Internationalität von McKinsey und die Aussicht, an interdisziplinären Projekten mitzuarbeiten. Diese Erwartungen wurden in den Bewerbungsgesprächen weit übertroffen. Mich faszinierte nicht nur die breite Themenpalette, die General Research bearbeitet. Ich war auch sehr beeindruckt von den anregenden und angenehmen Menschen, auf die ich hier traf. All das bewog mich, bei McKinsey anzufangen. Vom ersten Tag an war ich voll in das Team von Research integriert. Ich bekam schon während meiner Einarbeitung spannende und herausfordernde Aufträge. Parallel hierzu wurde ich durch Weiterbildungen und Coachings intensiv gefördert. Ich lernte eine Vielzahl von Instrumenten und Recherchetechniken kennen und staunte, wie sehr sie helfen können, ungewohnte Märkte wie die für Schnittblumen, Zimmerpflanzen oder Partnerbörsen zu verstehen und zu analysieren.
Schon nach kurzer Zeit hatte ich die Chance, mich in der Gruppe General Research auf den Öffentlichen und Dritten Sektor zu spezialisieren. Besonders reizvoll ist es für mich, als Mitglied unseres weltweiten Netzwerks mit Kollegen in den anderen McKinsey-Büros grundlegende Themen des Public Sectors zu bearbeiten. Wenn ich mich heute mit Fragen wie die zur Entwicklung der Museumslandschaft in Deutschland, zu ausgewählten Stiftungsmodellen, zu Trends in der deutschen Wasserwirtschaft oder aber zur Reform der Europäischen Strukturfonds beschäftige, kommt mir mein Studium zugute. Denn mit einigen dieser Themen hatte ich mich schon damals befasst.
Heute untersuche ich sie unter einem anderen Blickwinkel und in dem Bewusstsein, mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass der Öffentliche Sektor Stück für Stück moderner und besser wird. Durch den permanenten Wissensaustausch mit den Kollegen unseres globalen Research-Netzwerks, die Zusammenarbeit mit internationalen und interdisziplinären Projektteams sowie die anderen vielfältigen Jobanforderungen lerne ich dabei jeden Tag dazu. Meine Neugier, die mich einst hergeführt hat, wird dabei immer wieder aufs Neue angeregt.