Was haben Quarks, Quasare
und Quanten mit Wirtschaft zu tun?
Wie in aller Welt bist du als promovierte Physikerin zu McKinsey gekommen? - diese Frage höre ich immer wieder. Die Antwort ist ganz einfach: Ich liebe es, Probleme zu lösen. Ich will schwierige Fragen beantworten, Modelle entwickeln und mit komplexen Systemen umgehen. In der Wissenschaft waren es bio-physikalische Systeme, nun sind es Unternehmen. Die Methoden und Vorgehensweisen, die ich in der Physik angewendet habe, sind gleich oder zumindest ähnlich geblieben. Ich habe sehr gerne geforscht.
Katrin Suder
DirectorPhysik an der RWTH Aachen, Promotion in Physik sowie Bachelor of Arts in Theaterwissenschaften und Germanistik an der Universität Bochum
Doch mir fehlte etwas: Die Teamarbeit, der Umgang mit Menschen, das Interaktive, die Herausforderung, Menschen und ihre Meinungen zu integrieren. Außerdem ging es mir oft zu langsam. Mir fehlte die Umsetzung und das Gefühl, wirklich etwas zu bewegen. In einem Casestudy Workshop habe ich dann McKinsey kennen gelernt. Bis dahin wusste ich nicht einmal, was Unternehmensberater genau machen. Was ich dort sah, schien mir die optimale Synthese aus meiner Liebe zur Problemlösung und dem Bedürfnis, etwas zu bewegen.
Also bewarb ich mich um ein Praktikum. Heute bin ich Partnerin und leite das Berliner Büro. Meine Erwartungen haben sich voll erfüllt. Ich löse Probleme. Beispielsweise habe ich ein Modell entwickelt, das die Investitionen in ein Mobilfunknetz an die Klientenzufriedenheit koppelt. Ich tue es mit einem anderen Tempo, mit ganz anderen Mitteln und Möglichkeiten als in der Physik und ich merke, wie meine Ergebnisse Wirkungen zeigen. Es war ein ungewöhnlicher Schritt und manchmal vermisse ich die Wissenschaft; aber bereut habe ich ihn nie.