Am Puls der Zeit

Unternehmen, die global aktiv sind oder sein wollen, kommen heute an Asien nicht mehr vorbei. Deshalb gibt es seit 2004 das Asia House von McKinsey. An dem Mobility-Programm nehmen meist Kollegen aus Asien teil, die in Deutschland bzw. Europa internationale Erfahrungen sammeln und auch ein paar Deutsche – einer davon bin ich. Die Klientenstudien des Asia House drehen sich beispielsweise um Markteintrittsstrategien in Asien. Ein sehr spannendes, internationales Arbeitsumfeld – das perfekt zu mir passt, denn mich fasziniert der Kontinent schon seit vielen Jahren. Langfristig strebe ich daher einen Transfer in ein asiatisches McKinsey-Büro an, denn gerade in China und Indien herrscht eine ungeheure Dynamik. Man ist dort wirklich am Puls der Zeit und kann zusehen, wie ständig Neues entsteht. Dieser dynamische Wandel ändert weltweit gewachsene Strukturen.

Florian Then

Senior Associate

Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Promotion)

Ich habe mich auf Studien im Gesundheitssektor spezialisiert – und bin froh, dass das möglich war, denn dort sind meine Wurzeln: Ich habe Medizin studiert, kurze Zeit als Assistenzarzt und anschließend in der medizinischen Forschung gearbeitet. Den Plan, mich ins Ausland zu orientieren, habe ich schon früh gefasst, weil ich mich schon immer für andere Länder interessiert habe. Außer in München habe ich anderthalb Jahre in Nanjing und später in Boston studiert, und auch bei meinen klinischen Praktika habe ich mich international orientiert – und sie u.a. in Indien, in China und in Boston an der Harvard Medical School absolviert. In Nanjing habe ich mich intensiv mit der chinesischen Sprache und der Traditionellen Chinesischen Medizin beschäftigt und anschließend den Arbeitskreis „Traditionelle Chinesische Medizin“ der Medizinischen Fakultät der LMU München mit aufgebaut und geleitet. Außerdem war ich einige Jahre Tutor im Ausbildungsbetrieb der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur. Also eigentlich ein Mediziner durch und durch.

Meine ursprüngliche Absicht war, nach dem Studium in den USA zu forschen und von dort nach China zu gehen. Als ich dann aber in Harvard als Postdoc in der Neuroforschung tätig war, hat mich McKinsey angesprochen und dafür begeistert, direkt von der Laborbank in Boston als Associate ins Asia House nach Frankfurt zu kommen – sozusagen als Sprungbrett nach Asien. Was McKinsey hat, das die Medizin mir nicht hätte bieten können? Die Abwechslung, die projektbezogene Arbeit und das sofortige Miteinander mit den höchsten Managementebenen. Als Mediziner hätte ich in einem Krankenhaus erst jahrelang arbeiten müssen, bevor mich der Chefarzt auf dem Gang wahrgenommen hätte. So sitze ich zurzeit mit den Chefärzten zweimal in der Woche in Workshops zusammen und optimiere beispielsweise den gesamten OP-Bereich eines Klinikums.

Natürlich ist McKinsey für einen Mediziner auf den ersten Blick nicht die naheliegendste Adresse. Aber erstens bekommt man hier als Neueinsteiger das notwendige ökonomische Rüstzeug sehr effizient vermittelt, und zweitens sind meine bisherigen Tätigkeiten wunderbare Voraussetzungen für die Unternehmensberatung, eben weil sie so unterschiedlich waren: die westliche und die chinesische Medizin, die Forschung, dann das Leben in verschiedenen Ländern. Es gibt nicht viele Stellenbeschreibungen auf der Welt, die auf einen Englisch, Chinesisch und Deutsch sprechenden Arzt und Neurowissenschaftler mit genau meinen Qualifikationen zugeschnitten sind. Hier kann ich als Kenner diverser Kulturen eine Moderatorenrolle übernehmen, die mir persönlich sehr liegt.

 

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