Benzin in den Venen, Kerosin in den Arterien
Wer unbedingt in die Luftfahrt oder die Automobilindustrie will – der geht natürlich zu McKinsey! So war es jedenfalls bei mir. Aber alles der Reihe nach.
Oliver Viellechner
Fellow Senior AssociateBetriebswirtschaft/Maschinenbau an der TU München
Als Kind war ich ein extrem typischer Junge – keine Baustelle war vor mir sicher, ich konnte stundenlang den Baggern zuschauen. Nachdem ich lesen gelernt hatte, verschlang ich Bücher über Kraftfahrzeuge und spielte mit meinen Freunden stundenlang Autoquartett. Als ich größer wurde, kamen die Flugzeuge hinzu: Ich war auf allen Besucherterrassen deutscher Flughäfen zu Hause, und wenn ein Flieger startete, war das jedes Mal wieder ein mitreißender Moment. Während des Studiums – Technologie- und Managementorientierte BWL an der TU München – konnte ich meine Technikbegeisterung dann so richtig ausleben: Etwa ein Drittel des Studiums machte die Ingenieursausbildung aus, bei der ich mich – wenig überraschend – für die Fächer Luftfahrt, Automobil und Logistik entschied. Flugzeugentwurf, Kraftfahrzeugbau, Materialfluss – das alles war genau mein Ding.
So einer wie ich sollte eigentlich Pilot werden. Das wollte ich auch, aber dem stand eine Rot-Grün-Schwäche im Weg. Also begab ich mich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten. Sollte ich lieber zu einer Fluggesellschaft oder zu einem Automobilunternehmen gehen? Das war ein Dilemma. Und da kam McKinsey ins Spiel. Ich spekulierte darauf, dass ich dort in beiden Branchen würde arbeiten können. Meine Hoffnung war nicht ganz unbegründet. Ich kannte die Firma schon von einem Mentorenprogramm und von einem Praktikum während meines Studiums, bei dem ich glücklicherweise an einem Projekt für eine europäische Fluggesellschaft mitgearbeitet hatte. Und tatsächlich: Inhaltlich habe ich nach meinem Einstieg als Fellow jeweils knapp acht Monate mit Airlines und Autos verbracht; hinzu kam eine ebenso große Portion Eisenbahn.
Im Moment promoviere ich, natürlich über meine Lieblingsbranche, die Luftfahrt. Währenddessen habe ich auf einer Studie außerdem einen kleinen Ausflug in die Private-Equity-Welt unternommen. Anzutreffen bin ich auch bei Recruitingveranstaltungen, die ich sehr gern unterstütze. Kürzlich habe ich z.B. eine neue Fallstudie für Praktikantenworkshops zusammengestellt. Das Thema? Bei mir natürlich ganz schwer zu erraten …