Bank oder Beratung?
Bank oder Beratung – diese Frage hat mich umgetrieben, als meine Promotion in Finanzen sich ihrem Abschluss näherte. Schon zuvor hatte ich während meines BWL-Studiums die Gelegenheit, im Rahmen von Praktika sowohl in die Beratung bei McKinsey als auch in das Investment Banking bei einer renommierten Bank hineinzuschnuppern.
Robert Vollrath
Associate PrincipalBWL an der Otto Beisheim School of Management (WHU), Promotion an der European Business School Schloß Reichartshausen
Keine ganz einfache Entscheidung. "Bei uns kannst du dich mit Corporate-Finance-Themen beschäftigen, aber darüber hinaus stehen dir alle Möglichkeiten offen, auch andere Bereiche zu sehen", hieß es bei McKinsey. Dies war letztlich das entscheidende Argument für meinen Einstieg in die Beratung. Im November 2001 habe ich bei McKinsey als Berater angefangen.
Bereut habe ich meine Entscheidung seitdem nicht. Gleich bei meinem ersten Klienten habe ich eine potenzielle Unternehmensakquisition begleitet. Auch danach konnte ich bei einer ganzen Reihe von Corporate-Finance-Fragestellungen mitarbeiten – aber ich habe schnell festgestellt, wie spannend es ist, darüber hinaus eine breitere Perspektive zu haben und einem Klienten bei den verschiedensten anderen Themen zur Seite zu stehen.
Die Spanne reicht von der Erarbeitung einer Wachstumsstrategie für einen Immobilienfinanzierer bis zur Optimierung der Abwicklung notleidender Kredite für eine Bank. Wichtige Einblicke, die ich nicht missen möchte, haben mir außerdem unsere Pro-bono-Projekte gegeben:
Wo sonst hätte ich die Chance gehabt, sowohl milliardenschwere Fusionen zu begleiten als auch öffentlichen Schulen bei der Gewinnung von Fördermitteln zu helfen?
Bisheriger Höhepunkt meiner Karriere bei McKinsey war mit Sicherheit ein einjähriger Transfer in unser New Yorker Büro. Nach zwei Jahren in Deutschland habe ich mich intern für ein einjähriges Austauschprogramm beworben und mir damit sowohl einen schon lange gehegten persönlichen Wunsch erfüllt als auch wertvolle berufliche Erfahrungen gesammelt. Die Eindrücke, die ich gewonnen habe, helfen mir, noch offener über die Fragestellungen meiner Klienten nachzudenken – auch, aber nicht nur bei Corporate-Finance-Themen.