Mit vollen Segeln durchs Leben
Mein Vater sagt oft im Scherz, wir Kinder hätten ja alle nichts Anständiges studiert. Er ist Physiker; meine drei Geschwister und ich haben uns alle für Jura oder Betriebswirtschaft entschieden. Als ich als Praktikantin zu McKinsey kam, hatte ich wegen einer Verkürzung der Schulzeit mein erstes juristisches Staatsexamen schon in der Tasche und wollte mein Wissen auf seine Anwendbarkeit in der Praxis testen, bevor ich mit der Promotion beginnen würde. McKinsey hatte ich zwei Jahre zuvor bei einem Workshop kennen gelernt und war seitdem in Kontakt geblieben.
Isabel Witt
Engagement ManagerJura an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Promotion)
Wahrscheinlich habe ich das längste Praktikum gemacht, das es jemals bei McKinsey gegeben hat: Von März 2004 bis Mai 2005 habe ich im Hamburger Büro im Bereich Financial Institutions an einer längeren Reorganisationsstudie mitgearbeitet – erst konzeptionell, dann auch bei der Umsetzung – und das Praktikum dafür in Absprache mit meinem damaligen Mentor Schritt für Schritt verlängert. Fest einsteigen bei McKinsey, z.B. als Fellow, mochte ich damals noch nicht, weil ich auch noch BWL studieren wollte. Dem Bereich Banken und Versicherungen aus meinem Praktikum bin ich übrigens seit meinem Einstieg als Associate treu geblieben.
Nach dem Jurastudium hätte man vielleicht eher einen Einstieg bei einer Kanzlei erwartet, aber warum immer das Nächstliegende tun? Nach Leistungskursen in Mathematik und Physik war ja auch das Jurastudium nicht eben ein vorhersehbarer Schritt. Mein juristisches Wissen ist bei meiner Arbeit recht häufig gefragt; bei einem meiner letzten Projekte ging es um eine Unternehmensintegration, da ist es z.B. hilfreich, wenn man sich schon einmal mit dem Umwandlungsgesetz beschäftigt hat.
Schon als Praktikantin hatte ich den Eindruck: Hier bin ich richtig; das ist das, was ich jetzt machen möchte. Solange ich dieses Gefühl habe, ist McKinsey perfekt für mich. Dass ich heute mit 25 Jahren bei Projekten Verantwortung übernehme, ist bei McKinsey eigentlich nichts Besonderes und auch nie ein Thema – hier sieht man nicht mein Alter, sondern meine Leistung. Verantwortung habe ich schon immer gern übernommen, z.B. in der Landes¬schülervertretung, bei der Teilnahme an Hilfsgütertransporten nach Kaliningrad oder als ehrenamtliche Segellehrerin.
Für die nächste Zeit könnte ich mir vorstellen, an einer Pro-bono-Studie mitzuarbeiten und am Global Rotation Program teilzunehmen: Sechs bis zwölf Monate wäre ich dann auf zwei anderen Kontinenten – ich fände Asien und Südafrika spannend – vollständig ins jeweilige McKinsey-Office und die Klientenstudien eingebunden.
Ein schnelles Leben? Ja, von außen sieht das für manchen sicher so aus. Aber ich habe neben Schule, Studium oder Arbeit immer für privaten Ausgleich gesorgt, z.B. bei Segelregatten oder bei Zusammenkünften unserer großen Familie. Ich habe bisher jede Lebensphase unendlich genossen – meine Kindheit und die Schulzeit ebenso wie das Studium, das Praktikum bei McKinsey, die Promotion und den Wiedereinstieg bei McKinsey. Zu jedem Zeitpunkt habe ich genau das getan, was ich gerade am liebsten tun wollte. Und da es auch in Zukunft bei mir so weitergehen soll, fühle ich mich bei McKinsey sehr gut aufgehoben.