Bessere Unternehmensleistung durch exzellentes
Supply-Chain-Management
Aktuelle Studie identifiziert zehn Supply Chain-Best Practices
Mit schnellen, flexiblen und kostengünstigen Lieferketten können deutsche Industrie- und Handelsunternehmen ihre Unternehmensergebnisse um mehr als zwei Prozentpunkte verbessern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, für die mehr als 120 Unternehmen quer durch alle Branchen nach den Erfolgsfaktoren ihrer Lieferketten befragt wurden.
Identifiziert wurden zehn besonders wirksame Maßnahmen, die zur Leistungssteigerung eines Unternehmens beitragen können:
-
1. Branchenübergreifend von den Besten lernen
Viele Manager ahnen, dass ihre Supply Chain hinter den Besten herhinkt. Trotzdem übernehmen sie deren Erfolgsrezepte nicht: „Zu unterschiedliche Geschäftsabläufe!“, heißt oft die Begründung. Die Spitzenreiter der Studie lassen sich davon nicht beirren. Sie blicken trotz aller Unterschiedlichkeiten in den Geschäftsabläufen auf die Konzepte der Champions anderer Branchen, tauschen sich mit ihnen aus und übernehmen deren Best Practices – mit offensichtlichem Erfolg.
-
2. In Segmenten denken
Häufig versuchen Unternehmen, ihre Supply Chain so universell zu konfigurieren, dass eine einzige Lieferkette sämtliche Kundenanforderungen abbildet. Meist scheitern sie daran, unter einen Hut zu bringen, was nicht unter einen Hut zu bringen ist. Die Spitzenreiter der Studie machen das Gegenteil: Sie segmentieren nach Kundenanforderungen an Servicelevel, Lieferzeit, Qualität und Zusatzleistungen. Bei den Produkteigenschaften segmentieren sie nach Ergebnisbeitrag, Wert-Volumen-Verhältnis, Lebensdauer und Modularität. Außerdem segmentieren sie nach Nachfrage (Volatilität und Regionalität) und nach Beschaffung (Zuverlässigkeit, Flexibilität und Vorlaufzeit). Die auf diese Weise auf Maß geschneiderten Supply Chains erreichen eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit.
-
3. Strategie und Design abstimmen
Die Champions verfolgen eine klare Supply Chain Strategie, an der sie das Design ihrer Lieferketten ausrichten und laufend veränderten Anforderungen anpassen. Sie formulieren nicht nur klangvolle Strategien, sondern setzen diese auch bis hinunter auf die operative Ebene um. Dafür leiten Supply Chain Manager aus der Strategie konkrete Ziele ab und brechen sie bis auf die Ebene des einzelnen Mitarbeiters herab.
-
4. Kompetenz verankern
Bei der Mehrzahl der Champions ist ein Vorstandsmitglied für die Organisation der Lie-ferkette verantwortlich: Je höher die Ansiedlung der Verantwortlichkeit im Unternehmen, desto höher die Durchsetzungskraft und die Koordinationskompetenz des Supply Chain Managements. Darüber hinaus haben diese Unternehmen erkannt: Wie erfolgreich eine Supply Chain Strategie umgesetzt wird, hängt vor allem von den Fähigkeiten und Einstel-lungen der Mitarbeiter ab. Entsprechend hat die Identifizierung und Förderung herausragender Mitarbeiter oberste Priorität.
-
5. Transparenz schaffen
Gerade die Verantwortlichen fürs Operative beklagen oft die Intransparenz innerhalb von Supply Chains, beispielsweise im Hinblick auf die Lagerbestände einzelner Standorte, Produktionskapazitäten oder Auslieferungsgeschwindigkeiten. Diese Daten sind häufig nicht zentral bekannt. Die besten Unternehmen schaffen Transparenz hinsichtlich aller relevanten Supply Chain Parameter und –Prozesse und machen sie allen Beteiligten zentral verfügbar.
-
6. Performance übergreifend messen
Unterhalb der Best Practice rutschen Unternehmen in zwei Extreme ab: Entweder werden zu wenige und oft auch die falschen Kennzahlen gemessen oder aber es erschlägt eine Fülle von zu komplexen KPIs den Betrachter. Die Champions nutzen stattdessen eine überschaubare, aber vollständige Zahl von KPIs, anhand derer sich die Performance entlang der gesamten Supply Chain zu jeder Zeit bewerten lässt.< p>
-
7. Prozessdisziplin wahren
Viele Unternehmen entwickeln bereits neue Supply Chain Konzepte, während auf der operativen Ebene noch mit der Umsetzung der aktuellen Prozesse gekämpft wird. Die Champions sorgen dafür, dass ihre Prozesse in jedem Bereich klar definiert sind, von allen Beteiligten verstanden und konsequent befolgt werden – bevor sie neue Konzepte aus dem Hut zaubern.
-
8. Demand Management stärken
Ein exzellentes Demand Management, das zeigt die Studie, führt zu größeren Erfolgen als Verbesserungen im Beschaffungs-, Produktions- und Distributionsmanagement. Zudem weist das Demand Management über alle Studienteilnehmer hinweg betrachtet noch den geringsten Umsetzungsgrad auf. Das bedeutet umgekehrt: Wer sein Demand Management stärkt, kann sich leichter und deutlicher vom Wettbewerb abheben als durch Optimierung an anderer Stelle.
-
9. Operative Exzellenz sichern
Dass operative Prozesse in der Regel schon hoch entwickelt sind, hält die Champions nicht davon ab, sie regelmäßig kritisch zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern.
-
10. Die "richtige" IT nutzen
Die Studie zeigt, dass es weniger auf die neueste als vielmehr auf die richtige IT ankommt. Champions richten ihre IT strikt an den Bedürfnissen ihrer Supply Chain aus. Das kann im Einzelfall ein modernes System eines großen Softwarehauses sein, aber genau so gut auch eine manuell programmierte und gepflegte Datenbank. Außerdem mangagen sie ihre Daten an zentraler Stelle.
Besonders gute Ergebnisse erzielen die Unternehmen, wenn möglichst viele Faktoren kombiniert werden. Unter den Umfrageteilnehmern konnten die 20 erfolgreichsten mit bis zu 40 Prozent geringeren Supply-Chain-Kosten, 20 Prozent höherem Servicelevel und gleichzeitig 30 Prozent geringeren Beständen punkten.
Vom Vorteil einer optimierten Lieferkette profitieren dabei nicht nur ausgewählte Branchen. Die 20 Champions der Studie verteilen sich auf acht Branchen und verfügen über höchst unterschiedliche Supply-Chain-Strukturen.
"My Chain Delivers" ist eine Gemeinschaftsstudie von Bundesvereinigung Logistik, Supply Chain Management Institute der European Business School und McKinsey.
