Grundlegende Modernisierung und
Katalysator für die Wirtschaft
Öffentlicher Sektor
Während in den Industriesektoren Wachstumschancen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, kann für den öffentlichen Sektor eine Erhöhung der direkt erbrachten Bruttowertschöpfung nicht das Ziel für 2020 sein. Denn sie bemisst sich im Unterschied zur Privatwirtschaft hauptsächlich an den Personalkosten.
Doch hat der öffentliche Sektor vielfältige Möglichkeiten, die Bruttowertschöpfung in anderen Branchen zu fördern – etwa als Nachfrager von Waren und Dienstleistungen: Mit einem Auftragsvolumen von 260 Mrd. EUR p.a. zählt er zu den Schlüsselkunden der privaten Wirtschaft. Durch intelligente Gestaltung seiner Produkt- und Dienstleistungsnachfrage kann er Innovationen vorantreiben und die Herausbildung nationaler oder auch europäischer Champions in den Branchen unterstützen. Zugleich hat er in seiner Funktion als Regulierer und Anbieter von Leistungen großen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung des Landes.
Im Chancenszenario entwickelt er sich zur modern aufgestellten Organisation, die im Wesentlichen auf zwei Wegen zum Wirtschaftswachstum beiträgt: erstens durch Reduzierung der privaten wie öffentlichen Ausgaben, etwa über
One-Stop-Schnittstellen zu Bürgern und Wirtschaft oder eine effizientere und gebündelte Beschaffung, zweitens durch Schaffung neuer Märkte und Stimulation von Innovationen in Zukunftsfeldern wie E-Government, Sicherheit und Verkehrstechnik.
Allein die Aufwendungen des privaten Sektors für Interaktionen mit der öffentlichen Verwaltung lassen sich jährlich um 10 bis 20 Mrd. EUR reduzieren, zugleich kann der öffentliche Sektor seine Wertschöpfungstiefe verringern und durch mehr Public Private Partnerships (PPPs) ein Marktvolumen von jährlich bis zu 10 Mrd. EUR erzeugen.
