Supply Chain Excellence im Handel
Trends, Erfolgsfaktoren und Best-Practice-Beispiele
Jederzeit gut gefüllte Regale bei gleichzeitig wenig Bestand, niedrigen Transportkosten und geringem Personalaufwand – das ist keine Utopie, sondern exzellentes Supply Chain Management. So lautet die zentrale Erkenntnis des Buchs "Supply Chain Excellence im Handel". Zugrunde liegt dem Buch die bislang größte europaweite Untersuchung zum Supply Chain Management im Handel.
Supply Chain Excellence im Handel
Trends, Erfolgsfaktoren und Best-Practice-Beispiele
Klaus Behrenbeck, Jörn Küpper, Karl-Hendrik Magnus, Ulrich Thonemann
Gabler, 2005
ISBN 3-834-90055-9
Gemeinsam mit dem Institut für Supply Chain Management und Management Science der Universität zu Köln hat McKinsey die Lieferketten von 33 Einzelhändlern in vier europäischen Ländern unter die Lupe genommen. "Noch immer glauben viele Händler, dass stets gefüllte Regale und guter Service gleichzeitig hohe Kosten bedeuten. Doch das ist kein Widerspruch. Obwohl sich alle Befragten der zunehmenden Bedeutung von effizientem Supply Chain Management bewusst sind, hapert es bei einem Großteil an der konsequenten Umsetzung", so Klaus Behrenbeck, Director im Kölner McKinsey-Büro und Leiter des deutschen Konsumgüter- und Handelssektors.
Der Schlüssel zu mehr Effizienz heißt "Lean Retailing" – in Anlehnung an das "Lean Manufacturing" in der Autoindustrie. Doch was bedeutet das für den Handel? Die fünf zentralen Stellhebel zur Leistungssteigerung werden im Buch "Supply Chain Excellence im Handel" ausführlich beschrieben: eine schlanke Filiallogistik, ein effizienter Warenfluss, eine fokussierte Zusammenarbeit mit Herstellern, eine automatisierte und nachfrageorientierte Steuerung des Nachschubs sowie eine prozessübergreifende Supply-Chain-Organisation. Konkrete Praxisbeispiele zeigen, wie Händler es geschafft haben, ihre Lieferkette zu optimieren.
Darüber hinaus stellen die Autoren ein Verbesserungsprogramm vor, das Managern in Handels- und Konsumgüterunternehmen sowie Entscheidern im Bereich Supply Chain Management hilft, Defizite in der eigenen Lieferkette aufzudecken und die richtigen Lösungen rasch, aber vor allem nachhaltig umzusetzen.
Die Anstrengungen lohnen sich, wie die Untersuchung zeigt. Händler, die Lean Retailing anwenden, bringen es auf einen im Durchschnitt 61 Prozent geringeren Leerstand in den Regalen und einen um 37 Prozent niedrigeren Warenbestand. Bei Wettbewerbern ohne schlankes Supply Chain Management sind bis zu 20 Prozent des Sortiments für den Käufer nicht verfügbar. Auch bei den Logistikkosten haben Einzelhändler mit effizienten Prozessen die Nase vorn. Sie wenden dafür durchschnittlich 3,4 Prozent ihres Umsatzes auf; bei ihren Konkurrenten sind es 4,5 Prozent und bei Einzelnen sogar mehr als 6 Prozent.
Die Autoren
Klaus Behrenbeck ist Director und Office Manager des Kölner McKinsey-Büros. Zudem leitet er den deutschen Konsumgüterindustrie- und Handelssektor von McKinsey.
Jörn Küpper ist Partner im Kölner Büro von McKinsey. Als Mitglied der European Packaged Goods Leadership Group berät er vor allem Konsumgüterunternehmen in Deutschland und anderen europäischen Ländern.
Karl-Henrik Magnus ist Berater im Wiener McKinsey-Büro. Er ist Mitglied des Konsumgüterindustrie- und Einzelhandelssektors und berät europäische Händler und Konsumgüterunternehmen in den Bereichen Operations, Organisation und Vertrieb.
Professor Ulrich Thonemann ist Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Seminars für Supply Chain Management und Management Science an der Universität zu Köln.