Asien im Aufwind
Report zur weltweiten Kapitalmarktentwicklung
Der Wert weltweiter Finanzanlagen schrumpfte 2008 um 16 Billionen USD auf 178 Billionen USD. Dieser Rückgang markiert das vorläufige Ende der vorherigen Expansion an den globalen Kapitalmärkten. In den vergangenen drei Jahrzehnten hatte sich das Anlagevermögen vervierfacht. Das McKinsey Global Institute (MGI) analysiert in seinem aktuellen Bericht die Entwicklung an den weltweiten Kapitalmärkten und prognostiziert, dass die asiatischen Kapitalmärkte an Bedeutung gewinnen werden.
Bislang sorgte hauptsächlich die rasante Zunahme von Aktien und Anleihen in den Industrieländern für das globale Wachstum der weltweiten Kapitalmärkte. Doch das Wachstum in den Industrieländern werde sich, so die MGI-Experten, verlangsamen, da Haushalte und Unternehmen ihre Verschuldung reduzieren und Unternehmensgewinne auf langfristige Werte zurückgehen. Gleichzeitig werde die Staatsverschuldung durch hohe Haushaltsdefizite empor schnellen.
Anders in den Schwellenländern: Für sie könnte die aktuelle Krise nur eine vorübergehende Unterbrechung des Wachstums bedeuten. Ihr Anteil an den weltweiten Kapitalmärkten wird voraussichtlich weiter steigen, ihre Bedeutung für Investoren und Finanzdienstleister entsprechend zunehmen.
In 2008 und der ersten Jahreshälfte 2009 sind die Anlage- und Immobilienwerte weltweit durch die Finanzmarktskrise um 28,8 Billionen USD gesunken. Am stärksten betroffen war das Aktienkapital. Es sank 2008 um die Hälfte auf rund 28 Billionen USD, erholte sich bis Juli 2009 jedoch wieder leicht und legte 4,6 Billionen USD zu. Wohneigentum verlor weltweit 2008 insgesamt 3,4 Billionen USD an Wert.
Das MGI untersucht regelmäßig die Entwicklungen auf den weltweiten Kapitalmärkten. Die Analysen im aktuellen Report "Global capital markets: Entering a new era" stützen sich auf eigene Daten zu Finanzanlagen, Kapitalflüssen und Auslandsinvestitionen aus mehr als 100 Ländern, die seit der Gründung des MGI 1990 erhoben werden.