Der von McKinsey entwickelte Electric Vehicle Index untersucht seit 2010 auf Länderebene, wo die für die Elektromobilität 14 wichtigsten Nationen jeweils stehen und wie sich Deutschland dabei positioniert. Die untersuchten Länder sind: China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Südkorea und USA.

Elektromobilität: China fährt Konkurrenz davon

Ergebnisse des aktuellen Electric Vehicle Index (Juli 2016) von McKinsey

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China entwickelt sich immer mehr zum Vorreiter bei der Elektromobilität: Beim Ranking der wichtigsten Herstellerländer für Elektrofahrzeuge führt das Land erstmals vor Japan. Deutschland liegt bei den wichtigsten Produktionsländern weiterhin auf Platz 3 vor den Vereinigten Staaten. Auch als sich entwickelnder Markt ist China ausgesprochen dynamisch und belegt nun hinter Norwegen, Niederlande und Frankreich Platz 4. Deutschland macht durch die Einführung der Kaufprämie für E-Autos in einer Gesamtbetrachtung von Marktgröße und Rahmenbedingungen zwei Plätze von 10 auf 8 gut. Dies sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Electric Vehicle Index (EVI) von McKinsey, in dem die Unternehmensberatung regelmäßig die Entwicklung der E-Mobilität in den wichtigsten Ländern misst.

„In China arbeiten Hersteller und Behörden sehr systematisch daran, Elektroautos für den Kunden attraktiv zu machen“ sagt Nicolai Müller, Seniorpartner von McKinsey. Direkte finanzielle Anreize und Vorteile bei der Zulassung haben dazu geführt, dass im letzten Quartal 2015 mehr als 100.000 E-Fahrzeuge verkauft wurden. Seit 2010 wurden in China insgesamt 330.000 E-Autos zugelassen; in dieser Kategorie liegen die USA mit knapp 420.000 Fahrzeugen noch vorne. „China ist auch das Land mit der größten Modellvielfalt“, so Müller. Chinesische Autokäufer haben die Wahl zwischen fast 60 verschiedenen E-Modellen; in Deutschland werden gut 40 Modelle angeboten. Elektroautos sind aber bislang weder in China (1,1 Prozent Marktanteil) noch in Deutschland (0,7 Prozent) ein Massenphänomen. Die Ausnahme ist weiterhin Norwegen, wo aktuell jedes fünfte zugelassene Auto einen E-Antrieb hat.

Durch die Einführung der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge konnte Deutschland sich auf der Marktseite um zwei Plätze verbessern – bleibt mit Rang 8 aber im Mittelfeld. „Deutschlands Hersteller haben weiterhin eine starke Ausgangsposition“, erläutert Müller. „Das Land kann mittelfristig zum führenden Produktionsstandort für E-Fahrzeuge werden. 2021 dürfte gut ein Drittel aller neuen E-Fahrzeuge von deutschen Herstellern produziert werden.“ Mit über 1,3 Mio. E-Autos läge Deutschland nach der Hochrechnung klar vor den USA und China mit jeweils rund 850.000 Fahrzeugen.

Methodik

Der von McKinsey entwickelte Electric Vehicle Index untersucht seit 2010 auf Länderebene, wo die für die Elektromobilität 14 wichtigsten Nationen jeweils stehen und wie sich Deutschland dabei positioniert. Die untersuchten Länder sind: China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Südkorea und USA.

Seit Anfang 2015 wird der EVI auf Grundlage einer neuen Methodik berechnet, der aktuelle Entwicklungen in der E-Mobilität aufgreift und abbildet. Der Index untersucht dabei die zwei wichtigen Dimensionen bei der Entwicklung der E-Mobilität, die Markt- und die Industrieseite.

Auf der Marktseite wird zum einen analysiert, wie groß der Marktanteil von E-Fahrzeugen am Gesamtmarkt ist. Zum anderen werden Anreize wie Subventionen, die vorhandene Infrastruktur sowie das verfügbare Angebot von E-Fahrzeugen bewertet.

Der Industrie-EVI untersucht, wie erfolgreich die jeweilige Automobilindustrie des Landes beim Thema E-Mobilität ist. Hierzu werden Faktoren wie der aktuelle und zukünftige Anteil an der weltweiten Produktion von Elektrofahrzeugen sowie wichtiger Komponenten wie E-Motoren und Batterien herangezogen.