Skip to main content

Aufholbedarf bei Investitionen in Lateinamerika

Welche Agenda sollten CEOs deutscher Unternehmen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Lateinamerika und der Karibik verfolgen? Eine gemeinsame Studie von LADW und McKinsey untersucht, wie sich das Engagement stärken lässt. 

Deutsche Unternehmen sind deutlich weniger aktiv als noch vor Jahren. Deutschland gehört bei Handel und Investitionen in Lateinamerika und der Karibik zu den Schlusslichtern unter den OECD-Ländern. Der Anteil Lateinamerikas am weltweiten Investitionsbestand Deutschlands macht mit 2,6% weniger als ein Drittel des Durchschnitts der OECD-Länder (9,4%) aus. Beispielsweise haben Italien 6,5%, die USA 16,8% und Spanien 33,6% des gesamten Investitionsbestands in der Region aufgebaut. Nur 2,6% der deutschen Exporte fließen in die Region, obwohl der Anteil Lateinamerikas an der Weltwirtschaft knapp 7% beträgt.

Deutschland verliert in der Region seit Jahren sukzessiv Marktanteile gegenüber China und den USA. Während die deutschen Exporte in die Region in den vergangenen zehn Jahren jährlich nur um 2,9% auf 38 Mrd. US-Dollar stiegen, sind die chinesischen Exporte nach Lateinamerika um 9,8% jährlich auf 130 Mrd. Dollar und die US-amerikanischen um 4,9% pro Jahr auf 392 Mrd. Dollar gewachsen.

In vielen Branchen ist die Profitabilität großer lateinamerikanischer Unternehmen höher als in wachstumsstarken asiatischen Ländern, auch wenn Lateinamerika beispielsweise nur etwa ein Viertel des Wirtschaftswachstums von China erreicht. In den vergangenen 20 Jahren wuchs die Region durchschnittlich um 2,6% jährlich, China dagegen um 9,3% pro Jahr. Dennoch erreichten große Industrieunternehmen in Lateinamerika ein durchschnittliches operatives Ergebnis von 13%, was deutlich über den Werten anderer aufstrebender Regionen liegt.

Lateinamerika ist auf produktivitätssteigernde Technologien angewiesen, um einen drohenden Rückgang des Wirtschaftswachstums um 40% in Zukunft auszugleichen. Hier liegt eine von drei erfolgsversprechenden Strategien für deutsche Unternehmen in der Region. Das dortige Wirtschaftswachstum basierte in den vergangenen beiden Dekaden zu 78% auf Bevölkerungszuwachs und nur zu 22% auf höherer Arbeitsproduktivität. Ohne eine höhere Produktivität droht Lateinamerika durch den demografischen Wandel bis 2030 ein Rückgang des jährlichen Wirtschaftswachstums um 40%.

Um in Lateinamerika erfolgreich zu sein, sollten deutsche Unternehmen einige Erfolgsfaktoren berücksichtigen:

  1. Die Anpassung von Produkten und Services an den Marktbedarf
  2. Das Verständnis länderspezifischer Gegebenheiten sowie der starken politischen Zyklen und Investition mit einer Langfristperspektive
  3. Die Vernetzung mit lokalen und internationalen Firmen sowie Bildungseinrichtungen und Politik in der Region
  4. Das Schaffen des nötigen Entscheidungsfreiraums für die Niederlassungen in der Region
  5. Das Setzen auf Differenzierungsmerkmale der deutschen Wirtschaft, etwa Umweltstandards und soziale Verantwortung.

Ansprechpartner

Download