Erholung des europäischen Tourismus

Erholung des europäischen Tourismus

Studie: Mit der Wiedereröffnung Europas für Reisen und der Öffnung der Grenzen für US-Touristen zum ersten Mal seit der Pandemie, beginnt Europas Tourismuswirtschaft langsam aufzuwachen. Dieser Sektor war einer der am härtesten von der Pandemie betroffenen. Der deutsche Tourismusmarkt ist vergleichsweise noch glimpflich durch die Krise gekommen. Er ist zwischen 2019 und 2020 um fast 38% eingebrochen und wird voraussichtlich erst 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. 

Mit der Wiedereröffnung Europas für Reisen und der Öffnung der Grenzen für US-Touristen zum ersten Mal seit der Pandemie, beginnt Europas Tourismuswirtschaft langsam aufzuwachen. Dieser Sektor war einer der am härtesten von der Pandemie betroffenen; und während sich einige Einschränkungen wahrscheinlich verbessern werden, da die Regierungen ihre Maßnahmen zurückfahren, werden die strukturellen Auswirkungen und die veränderten Kundenpräferenzen wahrscheinlich mittelfristig bestehen bleiben. 

Mehrere Schlüsselfaktoren, darunter die Attraktivität des Inlandstourismus, die Abhängigkeit von Flugreisen, die Stärke des Gesundheitswesens und vieles mehr, werden zusammen das Ausmaß der Auswirkungen und die Geschwindigkeit der Erholung in jedem europäischen Land bestimmen. Eine demnächst erscheinende McKinsey-Studie analysiert die Auswirkungen der Pandemie auf den Tourismussektor in verschiedenen europäischen Ländern und die Faktoren, die die Erholung in jedem dieser Länder beeinflussen werden. 

Die wichtigsten Ergebnisse:

Deutschland: Deutschlands Tourismusbranche kommt vergleichsweise gut durch die Krise: Der deutsche Tourismusmarkt wird sich bis 2023 erholen, schneller als die meisten anderen europäischen Märkte. Der deutsche Tourismusmarkt ist zwischen 2019 und 2020 um fast 38% eingebrochen und wird voraussichtlich erst 2023 wieder das Vorkrisenniveau erreichen (früher als andere europäische Länder wie Großbritannien, Italien, Frankreich oder Spanien, die das Vorkrisenniveau vorauss. erst um 2024 erreichen werden). Rund 1 Million Arbeitsplätze im Tourismus waren durch den Einbruch betroffen.  

Am widerstandsfähigsten war der heimische/inländische Tourismusmarkt, der um 33% zurückgegangen ist. Das liegt an den – im Vergleich zu anderen Staaten –  nicht ganz so strengen Reiserestriktionen/Lockdowns während der Coronakrise. Sowohl das Geschäfts- als auch das Freizeitsegment sollten sich daher im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten schnell erholen und im Jahr 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen (schneller als Spanien, Frankreich, Italien oder Großbritannien).
 
Da viele Reisende für Monate daran gehindert waren, ins Ausland zu reisen, sind internationale Reisen stärker betroffen. Der Umsatz im Outbound-Segment (Reisen aus Deutschland ins Ausland) sanken zwischen 2019 und 2020 deutlich um 71 %. Mit einer Erholung in diesem Bereich sowohl im Geschäfts- als auch Freizeitsegment wird bis 2024 gerechnet. 
Was die Ausgaben für Auslandsreisen betrifft, so ist Deutschland Europas Spitzenreiter bei den Ausgaben für Auslandsreisen und belegt den zweiten Platz bei den durchschnittlichen Reiseausgaben für Auslandsreisen.
 
Das Inbound-Geschäftsreise-Segment wird sich vorauss. am langsamsten erholen - nicht vor 2026.
 
Spanien: COVID-19 gefährdet 4,4 Millionen Arbeitsplätze und 250.000 Millionen Euro in der spanischen Tourismusbranche. Der Inlandstourismus in Spanien könnte erst im Jahr 2024 wieder das Vorkrisenniveau erreichen, und der Einreiseverkehr bräuchte ein weiteres Jahr (2025).

Frankreich: Der französische Tourismusmarkt hat innerhalb eines Jahres mehr als die Hälfte seines Wertes verloren und mehr als 700.000 direkte Arbeitsplätze waren davon betroffen. Es wird nicht erwartet, dass dieser Markt bis 2024 zu seinem Vorkrisenniveau zurückkehrt. Am stärksten betroffen ist das Geschäftsreisesegment, dessen Rückkehr auf das Vorkrisenniveau nicht vor 2027 (2024 für das Freizeitsegment) zu erwarten ist. 

Italien: Italien wird sein Vorkrisenniveau verauss. nicht vor 2024 wieder erreichen. Sowohl im Business- als auch im Freizeit-Segment sollte das Vorkrisenniveau im Jahr 2023 wieder erreicht werden (schneller als in anderen Ländern wie Spanien, Frankreich oder Großbritannien).

Großbritannien: Der Tourismus in Großbritannien wird vorauss. erst 2024 (Inlandstourismus) und 2025 (Einreisende Touristen) wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Die Ausgaben im Ausreiseverkehr sind zwischen 2019 und 2020 um ca. 75% gesunken (das Geschäftsreisesegment litt stärker als das Freizeitsegment mit einem Rückgang der Ausgaben von ca. 78% bzw. 73%). Dennoch nimmt Großbritannien bei den Gesamtausgaben im internationalen Tourismus (Outbound) den zweiten Platz hinter Deutschland ein.

Portugal: Zwischen 2020 und 2023 könnte Portugal 60 Mrd. € an BIP verlieren (das entspricht 26% des BIP-Niveaus von 2019), wobei sowohl direkte als auch indirekte und induzierte Effekte berücksichtigt werden. Zusätzlich könnten bis zu 600.000 Arbeitsplätze betroffen sein, von denen sich einige in Zukunft möglicherweise nicht mehr erholen werden. Der Inlandstourismus könnte das Niveau vor dem COVID bis 2023 nicht wieder erreichen, der internationale Tourismus (der etwa viermal so groß ist wie der Inlandstourismus) bis 2024.

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