McKinsey Verbraucherumfrage: Inflation bleibt größte Sorge

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Deutsche Verbraucher:innen zeigen sich im ersten Quartel 2026 im europäischen Vergleich etwas robuster: Sie sind am wenigsten geneigt, ihre Konsumausgaben zurückzufahren. Damit ist Deutschland der stabilste Konsummarkt innerhalb der befragten Märkte Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien. Dennoch bleibt die Stimmung mit Blick auf die Entwicklung der Wirtschaft verhalten. Nur 21% (-3 Prozentpunkte im Vergleich zum 4. Quartal 2025) der Befragten aus Deutschland zeigen sich optimistisch. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Studie „An Update on the EU Consumer Sentiment" der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Konsument:innen sorgen sich um Inflation und wirtschaftliche Entwicklung

Die wirtschaftliche Unsicherheit und die Inflation werden von 40% der deutschen Verbraucher:innen als die größten Herausforderrungen wahrgenommen. „Die anhaltenden Kostensteigerungen beeinflussen das Konsumverhalten erheblich. Unternehmen sollten sicherstellen, in ihren Entscheidungen die angespannte Situation vieler deutscher Haushalte bewusst zu berücksichtigen“, sagt Marcus Jacob, Senior Partner bei McKinsey.

Verbraucher:innen passen Ausgabenprioritäten an

Wegen der schwachen Wirtschaftslage passen deutsche Verbraucher:innen ihre Ausgabenprioritäten bei nicht notwendigen Gütern und Dienstleistungen an. 40% der Befragten geben an, weniger für Möbel und Assecoires ausgeben zu wollen. 24% planen Mehrausgaben für Kreuzfahren und Inlandsflüge. Die Ausgabenbereitschaft für Reisen ist höher, weil 32% der Befragten aus Deutschland sich mit einer Reisen „etwas gönnen wollen“. Unterschiede zeigen sich im Konsumverhalten der verschiedenen Generationen. Die GenZ ist die ausgabefreudigste Generation: 56% von ihnen planen, sich etwas zu gönnen, im Vergleich zu 39% der Millennials, 28% der GenX und 21% der Babyboomer.

Lage der deutschen Haushalte verschärft sich

Gleichzeitig zeigt eine weitere Studie, dass der private Konsum in Deutschland zwischen 2018 und 2023 um 6% gesunken ist. „Hauptursache war die hohe Inflation von kumuliert 19%, die von vielen Haushalten nicht durch Einkommenszuwächse kompensiert werden konnte. Aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage, gehen wir davon aus, dass sich dieser Trend in den letzten zwei Jahren fortgesetzt hat“, so Marcus Jacob. Daraus resultiert, dass fast zehn Millionen Haushalte (25%) in Deutschland ein Nettohaushaltseinkommen von weniger als 2.000 Euro im Monat zur Verfügung haben. Sechs Millionen dieser Haushalte geben durchschnittlich mehr aus, als sie monatlich zur Verfügung haben und finanzieren ihren frei gestaltbaren Konsum oft durch Vermögensverzehr oder Verschuldung.

Diskretionärer Konsum in Deutschland fällt um 17%

Haushalte mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.300 und 1.500 Euro mussten durchschnittlich 60 Euro aus dem Ersparten nehmen, um ihren Konsum zu decken, obwohl sie ihre diskretionären Ausgaben bereits um 12% seit 2018 reduziert hatten. Zwischen 2018 und 2023 stieg die Zahl der Haushalte, die am Monatsende kein Geld mehr zur Verfügung hatten, von sieben Millionen auf fast zehn Millionen – ein Anstieg um mehr als ein Drittel.

„Ein Viertel der Haushalte in Deutschland steht vor der Herausforderung, dass jede größere Anschaffung zur unüberwindbaren Hürde wird, da das Einkommen fast komplett in essenzielle Grundausgaben fließt. Globale Konflikte und die Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes dämpfen zusätzlich die Konsumerwartungen“, sagt Marcus Jacob.