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Die neue Globalisierung

Isolation, Zölle und Spannungen in den Handelsbeziehungen bestimmen die Schlagzeilen der Weltwirtschaft. Doch die eigentlichen strukturellen Veränderungen in der Natur der Globalisierung bleiben weitgehend unbemerkt.

Derzeit dominieren Zölle und der Handelskrieg zwischen den USA und China die Schlagzeilen – doch grundlegende Veränderungen in den globalen Wertschöpfungsketten sind unbemerkt geblieben. Beispiel China: Nur noch 9 Prozent der im Reich der Mitte produzierten Waren werden exportiert. 2007 waren es noch doppelt so viel. Zum Vergleich: Deutschland exportiert 34 Prozent der hier hergestellten Waren. 

Neue MGI-Studie: Globalization in Transition: The Future of Trade and Value Chains

 

Die Globalisierung hat Mitte der 2000er Jahre einen Wendepunkt erreicht – und heute ganz anders aussieht als damals. Grenzüberschreitende Dienstleistungen und Datenströme haben für Volkswirtschaften massiv an Bedeutung gewonnen und wachsen mittlerweile deutlich schneller als reale Warenströme. Diese Entwicklungen analysiert das McKinsey Global Institute (MGI) in einer neuen Studie mit dem Titel „Globalization in Transition: The Future of Trade and Value Chains“

Die Kernergebnisse im Quick Check:

  • Obwohl immer mehr Waren produziert und gehandelt werden, wird nur ein kleinerer Teil von ihnen grenzüberschreitend gehandelt. Zwischen 2007 und 2017 ging der Anteil der produzierten Güter, die exportiert wurden, von 28,1 Prozent auf 22,5 Prozent zurück. Der Grund: China und andere Schwellenländer verbrauchen mittlerweile immer mehr von dem, was sie herstellen, und haben ihre eigenen inländischen Lieferketten entwickelt.
  • Grenzüberschreitende Dienstleistungen wachsen um bis zu 60 Prozent schneller als der Handel mit Waren; und sie generieren deutlich mehr Wert als von den offiziellen Statistiken erfasst.
  • Die Suche nach billigen Arbeitskräften zählt nicht mehr zu den Haupttreibern des Welthandels – weniger als 20 Prozent des Handels mit Waren beruht auf diesem Faktor, Tendenz weiter sinkend.  Alle Wertschöpfungsketten werden wissensintensiver, und hochqualifizierte Arbeitskräfte werden immer wichtiger.
  • Drei Faktoren erklären diese veränderten Wertschöpfungsketten: Erstens hat der Anteil der Schwellenländer am weltweiten Konsum in den vergangenen zehn Jahren um über 50% zugenommen. Zweitens bauen diese Länder ihre eigenen Wertschöpfungsketten auf. Drittens werden globale Handelsbeziehungen durch grenzüberschreitende Datenströme, neue Technologien wie 3D-Druck und digitale Plattformen, das Internet der Dinge und künstliche Intelligenz verändert.
  • Für Deutschland heißt dies: Als fortgeschrittene Volkswirtschaft mit hochqualifizierten Arbeitskräften sind wir vor allem im Dienstleistungs- und Technologiesektor gut positioniert. Deutschland ist eine starke Handelsnation: In 18 der 23 untersuchten Wertschöpfungsketten liegen wir unter den Top 5 weltweit (gemessen an der absoluten Höhe der Exporte und Importe).

Lesen Sie hier die gesamte Studie