Bis 2030 fehlen im öffentlichen Sektor in Deutschland 730.000 Mitarbeiter

Alarmierender Mangel im öffentlichen Sektor – Jeder dritte Beschäftigte geht in den nächsten zwölf Jahren in den Ruhestand – Nachwuchsmangel bedroht Handlungsfähigkeit der Behörden

Der öffentliche Sektor in Deutschland steuert auf einen dramatischen Fachkräftemängel zu: Bis 2030 wird dort mehr als jeder dritte Beschäftigte in Rente gehen. Da es den Behörden zugleich an Nachwuchs mangelt, klafft eine Personallücke von über 730.000 Beschäftigten. Davon entfallen ungefähr 400.000 auf die mittlere Führungsebene, die für die Umsetzung von Zukunftsinitiativen von besonderer Bedeutung ist. Dies sind zentrale Ergebnisse der McKinsey-Studie mit dem Titel „Die Besten, bitte – Wie der öffentliche Sektor als Arbeitgeber punkten kann“. Für die Studie wurden 165 Führungskräfte des öffentlichen Dienstes befragt und die aktuellsten Personalstatistiken aus Bund und Ländern ausgewertet.
 
Von aktuell insgesamt 44,7 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten 4,7 Mio. im öffentlichen Dienst. Davon werden der Analyse zufolge ungefähr 1,8 Mio. in den kommenden zwölf Jahren in Rente bzw. Pension gehen – das ist mehr als jeder Dritte. Gleichzeitig werden bis 2030 aber nur knapp 1,3 Mio. Nachwuchskräfte nachrücken. Dabei existiert bereits heute eine Personallücke im öffentlichen Sektor, die der „dbb Beamtenbund und Tarifunion“ auf 185.000 Stellen beziffert. In Summe ergibt das eine Personallücke von rund 730.000 Beschäftigten bis 2030. Verglichen mit anderen Branchen ist der prognostizierte Personalmangel im öffentlichen Sektor damit am größten.