Automobilindustrie: Die Zukunft des Innenraums

Motorleistung, Karosseriedesign, Beschleunigung – bislang waren dies in der Autowelt für viele Kunden die auschlaggebenden Faktoren. Doch die Kundenerwartungen haben sich verändert: Das Auto wird für viele zu einem „Wohnzimmer auf Rädern“. Das Design des Innenraums, die Konnektivitätsfeatures und der Komfort werden für die Kaufentscheidung wichtiger. 50% der Kunden finden den Innenraum sehr wichtig und 71% der Industrieentscheider geben an, dass der Innenraum weiter an Bedeutung zunehmen wird.

Die vier Megatrends – Autonomes Fahren, Connectivity, Elektrifizierung und Shared Mobility – verändern dabei die Kundengewohnheiten: Beim Autonomen Fahren liegt die Aufmerksamkeit des Fahrenden nicht mehr auf der Straße – sondern kann sich in den Innenraum richten. Völlig neue Konfigurationen mit schwenkbaren Sitzen werden so denkbar. Connectivity: Virtuelle Assistenten, die auf jeden Passagier einzeln eingehen – z.B. bei der Regelung der Klimananlage – nehmen an Bedeutung zu. Durch die E-Mobilität werden neue Bauformen möglich – z.B. ohne Mitteltunnel. Zudem werden herkömmliche Faktoren wie Motorleistung weniger wichtig, so dass andere Differenzierungsmerkmale an Bedeutung gewinnen. Shared Mobility erfordern neue Fahrzeugtypen und -konzepte, die deutlich widerstandsfähiger sind als bisherige Fahrzeuginnenräume.

In einer neuen Studie untersuchen das McKinsey Center for Future Mobility und das Fraunhofer IAO, wie die Automobilindustrie auf diese veränderten Rahmenbedingungen reagieren kann. Die Analyse „The future of interior in automotive – understanding and preparing for cabin experience as a new opportunity for differentiation” beruht auf der Zusammenarbeit des gemeinsamen Mobility Experience Lab (MXT Lab) in Stuttgart, bei der über 50 Innenräume von aktuellen Fahrzeugen sowie Konzeptstudien analysiert wurden. Zudem wurden 60 Interviews geführt sowie drei Surveys mit insgesamt über 13.000 Autokäufer:innen durchgeführt.

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Das Ergebnis: Der Innenraum als mögliche Differenzierungsfaktor entwickelt sich entlang von fünf Dimensionen: Neue Fahrzeugtypen, Konnektivität, Komfortfunktionen, Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Für Autohersteller und Zulieferer bedeutet dies, dass sie neues Wissen über Over-the-air-Updates, neue Materialien und das Mensch-Maschine-Interface aufbauen müssen und dass sie Konzepte schneller in den Markt bringen sollten. Zudem sollten Unternehmen die Komplexität reduzieren, um Kunden nicht zu überfordern und ihnen über alle Schnittstellen hinweg – vom Kauf bis hin zum Service – eine gute Customer Experience bieten. Nicht zuletzt erfordert der Wandel auch, neue Partnerschaften einzugehen, um die benötigen Fähigkeiten für die Zukunft des Innenraums aufzubauen.

Autorinnen und Autoren:

  • Timo Möller
  • Tobias Schneiderbauer
  • Florian Garms
  • Andreas Gläfke
  • Nils Köster