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Energiewende-Index

Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht und werden bei der Aktualisierung des Index berücksichtigt, sofern es um öffentlich zugängliche Fakten geht.

Überblick

Der Energiewende-Index betrachtet seit 2012 alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland entlang der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Innerhalb dieser Dimensionen werden insgesamt 14 Indikatoren analysiert und aktuell daraufhin bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 geplanten Zielwerte im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben. Der aktuelle Index (Erscheinungstermin 2018) wurde um eine Sonderanalyse ergänzt, die die Auswirkungen der Elektromobilität auf das deutsche Energiesystem untersucht hat. Fazit: Während die gesamte Stromnachfrage durch die Elektromobilität nicht fundamental steigt, kann die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen auf lokaler Ebene schnell zu großen Herausforderungen in einzelnen Verteilnetzen führen.

Die aktuelle Entwicklung des Energiewende-Index zeigt: Zentrale Ziele werden weiterhin verfehlt: Nur sechs der 14 Kennzahlen im Index werden in ihrer Zielerreichung als „realistisch“ eingestuft. Die Kosten für Netzeingriffe haben mit 1,45 Mrd. Euro in 2017 ein Rekordhoch erreicht, der Ausbau der Transportnetze stockt – aktuell sind erst 912 der bis 2020 geplanten 3.582 km fertig gestellt. Zuletzt kamen bis März diesen Jahres innerhalb von sechs Monaten nur 33 km hinzu.

Erstmals hat es zwar der Indikator für die Industriestrompreise in die Kategorie "realistische Zielerreichung" geschafft, doch die derzeit steigenden Netzentgelte und Börsenstrompreise könnten den Indikator allerdings schon bald wieder verschlechtern. Auch die aktuell noch positive Entwicklung bei den Arbeitsplätzen im Bereich erneuerbare Energien (+10.000 auf 338.000) ist voraussichtlich nicht von Dauer. Aufgrund der geänderten regulatorischen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windenergie ist ab 2019 ein deutlicher Rückgang der jährlich errichteten Windkraftanlagen zu erwarten. Erste Hersteller haben bereits mit Stellenabbau in der eigenen Produktion und bei Zulieferern reagiert. Grundsätzlich weiterhin realistisch bleibt hingegen die Zielerreichung für die Indikatoren Arbeitsplätze in stromintensiven Industrien sowie Ausfall Stromversorgung, gesicherte Reservemarge und Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien.

In ihrer Zielerreichung unrealistisch bleiben neben den Indikatoren Kosten Netzeingriffe und Ausbau Transportnetze die Indikatoren für die EEG-Umlage, Haushaltstrompreise, CO2-Ausstoß sowie Primärenergie- und Stromverbrauch.

 

Ansprechpartner

McKinsey Deutschland