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Energiewende-Index

Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht und werden bei der Aktualisierung des Index berücksichtigt, sofern es um öffentlich zugängliche Fakten geht.

Überblick

Der Energiewende-Index betrachtet seit 2012 alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland entlang der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Innerhalb dieser Dimensionen werden insgesamt 14 Indikatoren analysiert und aktuell daraufhin bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 geplanten Zielwerte im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben. Der aktuelle Index (Erscheinungstermin März 2019) wurde diesmal um die Ergebnisse der Studie „Decarbonisation pathways“ ergänzt, für die McKinsey im Auftrag des Branchenverbands Eurelectric das Dekarbonisierungspotenzial durch Elektrifizierung in den Sektoren Transport, Gebäude und Wärme sowie in der Industrie untersucht hat. Europa könnte danach bis 2050 durch eine konsequente Elektrifizierung von Anwendungen in Industrie, Verkehr und Gebäuden den Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 95% senken. Voraussetzung dafür ist eine Elektrifizierungsquote von mindestens 60%.

Die aktuelle Entwicklung des Energiewende-Index zeigt: Deutschland tritt beim Erreichen seiner Klimaziele aktuell auf der Stelle. Weiterhin sind nur sechs Indikatoren in ihrer Zielerreichung als realistisch eingestuft: die Zahl der Arbeitsplätze sowohl in erneuerbaren Energien als auch in stromintensiven Industrien, der Anteil an Stromerzeugung aus den Erneuerbaren insgesamt sowie trotz zuletzt eines leichten Anstiegs der Stromausfälle der Indikator „Ausfall Stromversorgung“ und „Gesicherte Reservemarge“.
 
Eine positive Entwicklung gibt es bei den Industriestrompreisen: Während das Preisniveau für Strom auf EU-Ebene fast unverändert blieb, sanken die Preise für Industriekunden in Deutschland um drei Prozent. Mit jetzt 8,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegen sie nur noch 5,1% über dem europäischen Schnitt. 2010 waren es noch 8,5%. Eine erneute Verteuerung droht allerdings durch weiter steigende Netzentgelte und Börsenstrompreise.

Bei sieben Indikatoren erscheint das Erreichen der Ziele nach wie vor unrealistisch. Die Haushaltsstrompreise sind im EU-Vergleich immer noch hoch, die EEG-Umlage verharrt seit 2014 knapp unter 7 ct/kWh. Der Primärenergieverbrauch ging zuletzt dank der milden Witterung – ebenso wie der CO2e-Ausstoß – zwar leicht zurück, ist aber immer noch zu hoch. Mit nur 49 km Neutrassen in sechs Monaten vollzieht sich der Netzausbau weiter schleppend. Von den in den verabschiedeten Ausbauplänen vorgesehenen 3.582 km bis 2020 sind insgesamt erst 961 km fertiggestellt. 

 
 

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