Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht und werden bei der Aktualisierung des Index berücksichtigt, sofern es um öffentlich zugängliche Fakten geht. Auf der Website von McKinsey besteht die Möglichkeit, den Autoren zum Thema Energiewende Feedback zu geben.

Überblick

Der Energiewende-Index betrachtet seit 2012 alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland entlang der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Innerhalb dieser Dimensionen werden insgesamt 14 Indikatoren analysiert und aktuell daraufhin bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 geplanten Zielwerte im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben.

Die aktuelle Entwicklung des Energiewende-Index zeigt: Nur fünf der 14 Kennzahlen im werden in ihrer Zielerreichung als „realistisch“ eingestuft: In den Bereichen Strom aus Erneuerbaren Energien, Arbeitsplätze in stromintensiven Industrien, Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien, gesicherte Reservemarge sowie Ausfall der Stromversorgung. Für acht Indikatoren ist die Zielerreichung „unrealistisch“: CO2-Ausstoß, Primärenergie- und Stromverbrauch, Kosten für Netzeingriffe, Haushalts- und Industriestrompreise, EEG-Umlage sowie Ausbau Transportnetze. Nur leichten Anpassungsbedarf hat Deutschland im Bereich "Interkonnektorkapazität". Dieser neu eingeführte Indikator misst Deutschlands grenzüberschreitende Stromübertragungskapazität. Der neu eingeführte Indikator Sektorkopplung, für den bislang kein Ziel formuliert ist, bleibt vorerst ohne Kategoriezuordnung.

International schneidet Deutschland beim Thema Energiewende vergleichsweise schlecht ab. Zu diesem Ergebnis kommt der neue globale Energiewende-Index (Energy Transition Index, ETI), der beim Weltwirtschaftsforum (WEF on Latin America) in São Paulo (Brasilien) vorgestellt wurde. McKinsey hat dafür in Zusammenarbeit mit dem WEF den Status der Energiewende in 114 Ländern anhand von 40 Indikatoren ermittelt. Im ETI-Gesamtranking belegt die Bundesrepublik Platz 16. Allerdings schneiden im europäischen Vergleich gleich elf Länder besser ab als Deutschland, darunter der weltweite Spitzenreiter Schweden, Norwegen, die Schweiz, Finnland, Dänemark, Österreich sowie Großbritannien und Frankreich.

Der Index zeigt: Deutschland steht vor größeren energiewirtschaftlichen Herausforderungen als viele andere Länder. Besonders deutlich wird dies mit Blick auf den Indikator „Struktur des Energiesystems“. Hier belegt Deutschland Platz 110 von 114. Das liegt vor allem an Deutschlands Abhängigkeit vom Kohlestrom: Dessen Anteil beträgt immer noch 42% – auch weil er seit der Entscheidung zum Kernenergieausstieg einen hohen Beitrag zur Grundlastversorgung leistet. In der Kategorie „Umwelt- und Klimaschutz“ kommt Deutschland weltweit nur auf Platz 61 – hauptsächlich wegen seines hohen CO2-Ausstoßes.

Die Ergebnisse sowohl des neuen Global Energy Transition Index als auch des aktuellen Energiewende-Index Deutschland 2020 im Detail veröffentlicht in „Energiewirtschaftliche Tagesfragen“ (3/2018).


Umwelt- und Klimaschutz

Übersicht

CO2-Ausstoß

Erneuerbare Energie

Primärenergieverbrauch

Stromverbrauch


Versorgungssicherheit

Übersicht

Ausfall Stromversorgung

Kosten Netzeingriffe

Gesicherte Reservemarge

Ausbau Transportnetze

Interkonnektorkapazität


Wirtschaftlichkeit

Übersicht

Haushaltsstrompreise

Industriestrompreise

EEG-Umlage

Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien

Arbeitsplätze in stromintensiven Industrien