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Der Gesellschaftsvertrag im 21. Jahrhundert 

Neue Technologien, Globalisierung, die Wirtschaftskrise 2008 – in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts haben sich die ökonomischen Lebensumstände vieler Menschen verändert. Das McKinsey Global Institute hat deshalb in der Studie „The social contract in the 21st century - Outcomes so far for workers, consumers, and savers in advanced economies“ systematisch in 22 OECD-Ländern die realen wirtschaftlichen Entwicklungen und Lebensverhältnisse von Bürgern analysiert – in ihrer Rolle als Konsumenten, als Arbeitnehmer und als Sparer.

Ein Fazit: Trotz der Finanzkrise haben sie zahlreiche wirtschaftliche Parameter positiv entwickelt: In fast allen Ländern liegt die Beschäftigung auf Rekordniveau und viele Konsumgüter sind deutlich günstiger geworden. Allerdings sind diese positiven Entwicklungen nicht repräsentativ für alle Bevölkerungsgruppen. Denn gleichzeitig sind viele Arbeitsverhältnisse instabiler geworden, und grundlegende Güter und Dienstleistungen (z.B. Wohnung, Bildung) erfordern einen höheren Teil des Einkommens. Zudem kann die private Sparquote bei niedrigeren Zinsen die sinkenden garantierten Renten bei steigender Rentendauer nicht ausgleichen. Insgesamt hat damit die individuelle Verantwortung des Einzelnen für seine ökonomischen Lebensverhältnisse deutlich zugenommen. Auf Basis dieser Veränderungen stellt sich die Frage immer lauter: Wie muss der „Social Contract“ in den 2020er-Jahren angepasst werden?